Nach zwei Wochen USA erkennen ich so langsam ein System und verliere den Respekt vor dem Tanken. Ich teile die Erfahrungen mal, vielleicht nützen sie ja einem anderen USA-Reisenden.

Wenn man als Deutscher mit einem Leihwagen in den USA unterwegs ist, tankt man in der Regel häufig. Bin ich aus Deutschland einen Spritverbrauch zwischen 5 und 6 Liter gewohnt, so saugt unser völlig untermotorisierter „Jeep Patriot“ satte 12 Liter auf 100 Kilometer. Das bedeutet: Tanken wird zum Lebensinhalt. Und überlebenswichtig 🙂

Kurzes Stoßgebet an der Tanksäule

Fährt man eine Tankstelle an, freut man sich zunächst: Fast überall gibt es Zahlautomaten direkt an den Zapfsäulen. De Freude ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn es ist nicht so einfach wie es scheint. Zunächst sollte man bei Nutzung einer Kreditkarte wissen, das man auf die Frage „Debit?“ bei normalen Kreditkarten mit „no“ antworten sollte. Hat man die Hürde überwunden, wollen die Tankautomaten in der Regel eine Zip (Postleitzahl) haben. Ich habe bisher keine einzige Säule erlebt, welche meine deutsche PLZ akzeptierte. Im Netz kursieren Tipps mit „5x Null“, aber auch das hat bei mir nie funktioniert. Der Vorgang bricht an dieser Stelle regelmäßig ab und man wird aufgefordert, sich an den Kassierer zu wenden.

Trotz abenteuerlichem Namen: Einige Tankstellen weisen deutlich drauf hin, dass man auch mit ausländischen Kreditkarten an der Säule zahlen kann

Trotz abenteuerlichem Namen: Einige Tankstellen weisen deutlich drauf hin, dass man auch mit ausländischen Kreditkarten an der Säule zahlen kann.

Auf geht’s zum Kassierer

Du solltest zu Beginn Deiner Reise im Handbuch nachschauen, wie viele Gallonen in Deinen Tank passen. Die richtige Sorte solltest Du auch kennen. Denn beim Kassierer lädst Du Deine Zapfsäule mit einem fixen Betrag auf. Wenn Du anschließende Diskussionen und Rückbuchungen vermeiden willst, dann sollte der Betrag dem entsprechen, was Du benötigst, um den Tang halbwegs gefüllt zu bekommen. „Pump 3, 20 Dollars, Plus, please.“ Dann zahlst Du die 20 Dollar mit Deiner Kreditkarte oder bar, gehst zurück zur Zapfsäule, nimmst den Zapfhahn aus der Halterung, drückst Deine gewünschte Sorte (z.B. „Plus“) und beginnst mit dem Tanken.

Ein Trick, der bisher immer funktionierte

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass meine EC-Karte (Maestro) in den USA eine entscheidende Rolle spielen würde. Beim Tanken tut sie es. Einige Tankstellen akzeptieren diese Karten nämlich. Und damit ist Tanken so komfortabel wie nur irgend möglich. Schieb die EC-Karte in den Schlitz an der Säule, beantworte die Frage nach „Debit?“ mit „Yes“ und gib Deine persönliche PIN ein. Wird die Karte akzeptiert, so kannst Du den Tank entspannt füllen, ohne vorher den „Wieviele-Galnen-gehen-da-rein?“-Krampf rechnen zu müssen. Am Ende des Tankvorgangs wird Deine EC-Karte belastet und Du kannst einen Beleg drucken lassen.

Unten auf dem Bild zu sehen: Diese Tankstelle akzeptiert "Maestro", also EC-Karten

Unten auf dem Bild zu sehen: Diese Tankstelle akzeptiert „Maestro“, also EC-Karten.

Plötzlich sind Shell die Guten

Dass ich mal ein Shell-Fan werde hätte ich nicht für möglich gehalten. Shell akzeptiert scheinbar landesweit deutsche EC-Karten. Immer wenn der Tank halb leer ist und ich das Konzernlogo irgendwo sehe fülle ich meinen Tank. Zu diesem Zweck haben ich mir die Shell-App „Motorist“ auf das Smartphone geladen. Und nein, ich bekomme für diesen Hinweis keine Provision von Shell. Vermtlich handhaben das andere Tankstellenketten in den USA ähnlich. Wer gute Erfahrungen gemacht hat: Einfach hier einen Kommentar hinterlassen.

Zur ganzen Wahrheit gehört noch der Hinweis, dass Tanken mit Kartenzahlung in den USA etwas teurer ist als Barzahlung. Und hin und wieder gibt es auch Tankwarte an den Säulen. Die machen Dir den Tank auch sehr komfortabel voll und sind nebenher noch für einen launigen Chat zu haben.

Im Zapfpistolengriff gibt es meist eine aufstellbare Metallzunge, mit der man verhindert, die Pistole die ganze Zeit gedrückt halten zu müssen.

Im Zapfpistolengriff gibt es meist eine aufstellbare Metallzunge, mit der man verhindert, die Pistole die ganze Zeit gedrückt halten zu müssen.

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