Du fliegst Lufthansa? Herzliches Beileid. Das hörte ich mehrfach um Vorfeld unseres Fluges. Jetzt sitze ich hier an Bord einer Lufthansa-Maschine und kann mir nicht erklären, woher diese Ablehnung kommt. Ich bin nämlich ehrlich gesagt ziemlich begeistert.

Sofa der Lüfte

Wir haben uns Plätze auf Höhe der Notausgänge gegönnt. Auf einem 12-Stunden-Flug von Frankfurt nach San Francisco bedeutet das: Du kannst Dich die ganze Zeit räkeln und strampel wie Du magst. Du kannst die Beine dauerhaft ausstrecken. Fühlt sich an wie auf dem Sofa. Fantastisch!

Gibts bei den Notausgängen: Beinfreiheit.

Gibts bei den Notausgängen: Beinfreiheit.

Schon mal mit einer persönlichen Stewardess geflogen?

Auf so einem Platz sitzt Dir eine Stewardess beim Start gegenüber. Genug Zeit, um all die Fragen zu stellen, die man Stewardessen schon immer mal stellen wollte. So erfährt man z.B., warum die die Fensterjealousien beim Start oben sein müssen (damit die Passagiere einen Triebwerksbrand sofort sehen, denn die Stewardessen sehen ihn vom Startplatz aus nicht). Eine Frage blieb jedoch ungeklärt:

Existieren Sauerstoffmasken tatsächlich?

„Im unwahrscheinlichen Fall eines Druckverlustes fallen Sauerstoffmasken aus der Decke.“ Den Spruch hat wohl jeder schon mal gehört. Ich behaupte: Da oben drin sind gar keine Sauerstoffmasken. Da waren auch noch nie welche. Unsere private Stewardess hat uns diese Frage nicht beantwortet. Das wird wohl ein Mysterium bleiben.

Das Nichtfliegen in einer A380

In so einer A380 sitzt Du wie… wie auf einem großen Schiff. Im Trockendock. Du bekommst kaum mit, dass Du fliegst. Es ist ruhiger als in kleineren Maschinen. Weniger Erschütterungen, weniger Lärm. Und beim Start merkst Du, wie viel Anlauf dieser Koloss benötigt. Die Kamera im Heckflügel überträgt das Ereignis in Panoramaansicht auf die Screens und irgendwie hat man das Gefühl, die Startbahn wird nicht ausreichen. Hat sie aber.

Catering, Baleys & Café

Das Catering hier an Bord ist super. Eigentlich sind wir die ganze Zeit am Essen und am Trinken. Hier ein Menü, da ein Snack, hier ein Kaffee, da ein Wasser, hier ein Rotwein, da ein Baileys on the Rocks. Nur das mit dem Tomatensaft werde ich wohl nie verstehen.

USB-Privat-Kino

Sagte ich schon, dass wir hier WLAN an Bord haben? Ach ja, logisch, sonst könnte ich ja dieses Blogposting nicht aus schwindelerregender Höhe von 11.500 Metern absetzen.

Wir haben übrigens ein Tablet mit einem Dutzend Spielfilmen beladen, Noise-Canceling-Kopfhörer mitgenommen und genießen hier einen Blockbuster nach dem nächsten auf einem verhältnismäßig großen Screen. Dank der USB-Buchse am Platz ist das energietechnisch alles kein Problem.

Strom am Platz. Ohne wär's nur halb so schön.

So, Schluss mit Bloggen. Kino geht wieder los. Und bis San Francisco ist es auch nicht mehr weit…

Join the discussion One Comment

  • Andreas S. sagt:

    Ist ja fast wie dabei zu sein. So viele Infos und das beinahe live…
    Verrückte neue Welt.
    Ach. Einen A380 bin ich vor ein paar Wochen auch geflogen und ich kann Euren Eindruck nur bestätigen. Allerdings hatte ich keine Stewardess direkt vor mir.
    Aber bei mir ist Economy – egal wo ich sitze – für solch lange Flüge immer eine Qual. Ach wie schön wäre doch ein Upgrade…